Speiseröhrenkrebs

Medizinischer Name
Ösophaguskarzinom

Definition
Es handelt sich um einen zumeist sehr aggressiven Tumor, der hauptsächlich von Schleimhaut der Speiseröhre ausgeht (85 % Plattenepithelkarzinome, 15 % Adenokarzinome).

Häufigkeit
Die Häufigkeit der Erkrankung beträgt in Europa ca. 6/100.000 Männer/Jahr). Männer sind weitaus häufiger betroffen als Frauen: das Verhältnis liegt bei etwa 7 zu 1. Das Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre wird besonders häufig in China, Iran, Südafrika, Chile und Turkmenistan bei einem Altersgipfel von 55 Jahren diagnostiziert, während das Adenokarzinom überwiegend bei Männern mit weißer Hautfarbe vorkommt (Altersgipfel 65 Jahre).

Mögliche Krankheitsursachen
Adenokarzinom – entsteht als Komplikation einer Entzündung der Speiseröhre (Refluxösophagitis) durch Sodbrennen z.B. aufgrund einer Schwäche des Schließmuskels zwischen Speiseröhre und Magen (Achalasie). Plattenepithelkarzinom – entsteht durch den Konsum von konzentriertem Alkohol sowie heißen Getränken und durch Rauchen. Weiters durch Narben nach Laugenverätzungen, durch Papillomaviren (HPV 16) sowie nach Bestrahlung der Speiseröhre (z.B. wegen Brustkrebs)

Symptome
Uncharakteristisch und spät Schluckbeschwerden (Dysphagie) Gewichtsverlust Schmerzen im Bereich des Brustbeins und im Rücken Blutungen aus dem Magen-Darm-Trakt

Diagnostik

  • Spiegelung der Speiseröhre (Ösophagoskopie) mit Probenentnahme
  • Röntgenkontrastmitteluntersuchung der Speiseröhre (Schluckröntgen)
  • Ultraschall bzw. Computertomographie
  • Endosonographie (= Endoskop mit einer Ultraschallsonde an der Spitze)
  • Bronchoskopie
  • PET (Positronen-Emmisions-Tomographie)
  • Ev. Ganzkörperknochenszintigraphie
  • Blutuntersuchungen: Tumormarker CEA, CA19-9, SCC

Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung von Patienten mit Speiseröhrenkrebs sollte ausschließlich in Zentren mit entsprechender Expertise durchgeführt werden. In Spezialzentren werden alle Patienten mit dieser Erkrankung in einem interdisziplinären Tumorboard diskutiert und ein Behandlungskonzept gemäß den internationalen Therapiestandards erstellt.

Zunächst muss die Krankheitsausdehnung exakt bestimmt werden (siehe Diagnostik). Im Falle einer Operabilität (Tumor auf Speiseröhre begrenzt und nur bestimmte Lymphknotenstationen betroffen) soll eine radikale Entfernung des Tumors durchgeführt werden. Wenn eine radikale Entfernung des Tumors nicht möglich scheint, wird die Durchführung einer Kombination aus Strahlentherapie und Chemotherapie vor der Operation empfohlen. Bei gutem Therapieansprechen sollte neuerlich über die Möglichkeit einer radikalen Operation entschieden werden. Eine Behandlung nach radikaler operativer Entfernung des Ösophguskarzinoms wird im Allgemeinen nicht empfohlen. In fortgeschrittenen oder metastasierten Stadien wird ebenfalls die Kombination aus Strahlentherapie und Chemotherapie oder die alleinige Chemotherapie eingesetzt.

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