Magenkrebs

Medizinischer Name
Magenkarzinom

Definition
Es handelt sich um einen zumeist sehr aggressiven Tumor, der hauptsächlich von magensaftbildenden Drüsen des Magens ausgeht (Adenokarzinom). Charakteristisch für das Magenkarzinom ist eine frühzeitige Ausbreitung in die Lymphdrüsen und Organe (Leber, Lunge, Bauchfell, Knochen). Dadurch findet sich bei der Mehrzahl der Patienten zum Zeitpunkt der Erstdiagnose bereits ein fortgeschrittenes Stadium.

Häufigkeit
Die Erkrankung nimmt in den westlichen Industrienationen an Häufigkeit ab (Anzahl der Neuerkrankungen: ca. 10/100.000/Jahr). Das Risiko an einem Magenkrebs zu erkranken steigt ab dem 50.Lebensjahr (10 % der Fälle auch schon zwischen dem 30. – 40. Lebensjahr), wobei der Häufigkeitsgipfel zwischen dem 70. und 75. Lebensjahr liegt. Männer scheinen häufiger betroffen zu sein als Frauen: das Verhältnis liegt bei etwa 2 zu 1.

Mögliche Krankheitsursachen

  • Gastritis (Helicobacter pylori-Infektion, Autoimmungastritis)
  • Ernährungsfaktoren (hoher Nitratgehalt der Nahrung in gesalzenen und geräucherten Speisen, wenig Obst und Gemüse)
  • Nikotinabusus
  • Verlust der Magensäure (Achlorhydrie)
  • Magenpolypen
  • Vorangegangene Magenoperation
  • Erbliche Faktoren

Symptome
sind in Frühstadien selten

  • Gewichtsverlust
  • Leistungsknick
  • Widerwille gegen Fleisch
  • Brechreiz
  • Druckgefühl im Oberbauch
  • Blutungen aus dem Magen-Darm-Trakt
  • Thrombosen (bedingt durch eine “Übergerinnbarkeit” des Blutes)

Diagnostik

  • Gastroskopie mit Probenentnahme
  • Ultraschall bzw. Computertomographie
  • Endosonographie (= Endoskop mit einer Ultraschallsonde an der Spitze)
  • PET (Positronen-Emmisions-Tomographie)
  • Ev. explorative Laparoskopie um das Bauchfell vor einer geplanten Operation beurteilen zu können
  • Ev. Ganzkörperknochenszintigraphie
  • Blutuntersuchungen: Tumormarker CEA, CA19-9, CA125

Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung von Patienten mit Magenkrebs sollte ausschließlich in Zentren mit entsprechender Expertise durchgeführt werden. In Spezialzentren werden alle Patienten mit dieser Erkrankung in einem interdisziplinären Tumorboard diskutiert und ein Behandlungskonzept gemäß den internationalen Therapiestandards erstellt.

Zunächst muss die Krankheitsausdehnung exakt bestimmt werden (siehe Diagnostik). Im Falle einer Operabilität (Tumor auf Magen begrenzt und nur bestimmte Lymphknotenstationen betroffen) soll eine radikale Entfernung des Tumors durchgeführt werden, welche aber nur bei etwa 50 bis 70 % der betroffenen Patienten möglich ist. Wenn eine radikale Entfernung des Tumors nicht möglich scheint oder bereits bestimmte Lymphknotenstationen betroffen sind, wird die Durchführung einer Chemotherapie vor der Operation empfohlen (mögliche Medikamente, die zum Einsatz kommen können: Epirubicin, Cisplatin, 5- Fluorouracil, Docetaxel, Oxaliplatin, Capecitabine). Bei gutem Therapieansprechen sollte neuerlich über die Möglichkeit einer radikalen Operation entschieden werden. Eine chemotherapeutische

Behandlung nach radikaler operativer Entfernung des Magenkarzinoms wird im Allgemeinen nicht empfohlen. In metastasierten Stadien steht neben den etablierten Medikamenten (siehe oben) seit kurzem ein neuartiges Medikament – der Antikörper Trastuzumab (Herceptin®) zur Verfügung, der unter bestimmten Bedingungen die therapeutische Wirksamkeit der antitumoralen Behandlung zu verbessern vermag.

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