Hirntumore

Medizinischer Name
Glioblastom

Definition
Das Glioblastom ist der häufigste bösartige Hirntumor bei Erwachsenen. Glioblastome haben ihren Namen von den Gliazellen, den Hüllzellen im zentralen Nervensystem. Die Tumorzellen leiten sich wahrscheinlich aus unreifen gemeinsamen Stammzellen für das Nervensystem ab.

Häufigkeit
In Österreich treten pro Jahr etwa 300-350 Glioblastome auf, was 3-4 Fällen/100.000 Einwohnern entspricht. Etwa ebenso viele Menschen erkranken neu an weniger bösartigen Gliomen wie anaplastischen Astrocytomen WHO Grad III, diffusen Astrocytomen WHO Grad II, sowie Oligodendrogliomen und Oligoastrocytomen und selteneren Tumorentitäten. Es erkranken etwas mehr Männer als Frauen (ca.1.3:1), zumeist im Alter von 45 bis 75 Jahren.

Symptome
Die Symptome der malignen Gliome sind äußerst vielfältig und hängen mit dem Ort der Tumorentstehung im Gehirn zusammen. Es kann zu Lähmungen, Gefühlswahrnehmungsstörungen, Beeinträchtigungen des Gesichtsfelds und Sprachstörungen kommen. Dazu kommen epileptische Anfälle. Weiters kommt es zu Kopfschmerzen besonders morgens, allgemeiner Müdigkeit, Persönlichkeitsveränderungen etc. als Ausdruck des erhöhten Hirndruckes. Die Symptome werden oft erst nach der Diagnosestellung richtig gedeutet.

Diagnose
Die Diagnostik erfolgt mittels Bildgebung durch Magnetresonanztomographie mit Kontrastmittel. Die Bestätigung und die Gewebsdiagnostik erfolgt mittels neuropathologischer Diagnostik.

Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung der Glioblastome hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Individuell soll die maximal mögliche Tumorresektion durch eine neurochirurgische Operation gemacht werden. Darauf folgt für 6 Wochen Bestrahlung des Tumorbetts mit einer Gesamtdosis von 60 Gy (30×2 Gy) und orale (schluckbare) Chemotherapie mit Temozolomide, die noch 6 Monate nach Ende der Bestrahlung fortgesetzt wird. Durch diese Therapie konnte das Überleben der Patienten deutlich verlängert werden und sie ist im Allgemeinen gut verträglich. Derzeit werden sehr viele weitere neuartige Medikamente in Studien geprüft.

Nachsorge
Im ersten und zweiten postoperativen Jahr erfolgen Nachsorgekontrollen mit MRT und klinischer Kontrolle.


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