Gallenblasen-, Gallengangskarzinom

Was ist die Erkrankung?
Es handelt sich um einen bösartigen Tumor der Gallenwege oder der Gallenblase. Der Tumor kann in der Leber liegen (intrahepatal) oder die Gallenwege und -blase außerhalb der Leber betreffen (extrahepatal).

Wodurch wird sie verursacht?
Beide Karzinome:

  • angeborene zystische Veränderungen der Gallenwege
  • Abnormalitäten des gemeinsamen Ausführungsganges von Pankreas und Gallenblase
  • Chronischer Befall der Gallenwege mit Parasiten (Opisthorchis viverrini, Clonorchis sinensis)
  • Chronische Entzündung der Gallenwege und Gallensteine
  • Krebserregende Substanzen (Nitrosamine, Asbest, Dioxin)
  • Verwendung von Thorotrast als Röntgenkontrastmittel
  • Östrogene

Gallengangskarzinome:

  • primär sklerosierende Cholangitis (entzündliche Veränderung der Gallenwege)
  • Colitis ulcerosa (chronische entzündliche Darmerkrankung)
  • Kontrazeptiva (Verhütungsmittel)

Gallenblasenkarzinom:

  • Cholelithiasis (Gallensteine)
  • Cholezystitis (chronische Entzündung)
  • Polypen der Gallenblase
  • Porzellangallenblase
  • chronischer Salmonellenbefall
  • Peutz-Jeghers-Syndrom (sehr seltene, vererbte Erkrankung mit Polypen im Darm und charakteristischen Pigmentflecken an Haut und Schleimhäuten)
  • Adipositas (Übergewicht)

Wie kann man sie erkennen?
Mit Ausnahme einer plötzlich auftretenden Gelbsucht bei Gallengangs- und Gallenblasentumoren sind die Krankheitssymptome eher uncharakteristisch. Bei Auftreten der nachfolgend genannten Symptome handelt es sich meist bereits um ein fortgeschrittenes Krankheitsstadium.

  • Gelbsucht (Ikterus) durch Einengung bzw. Verschluss der Gallenwege
  • Bauchschmerzen
  • Gewichtsverlust (infolge Appetitlosigkeit, bzw. Beeinträchtigung der Verdauung)
  • Übelkeit
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit
  • Vergrößerte Leber
  • Bauchwasser
  • Fieber
  • Rotfärbung der Handflächen
  • Blutungsneigung

Untersuchungsmöglichkeiten ?
Zur Diagnosesicherung/Beurteilung der Operabilität:

  • Ultraschall bzw. Computertomographie
  • Magnetresonanz-Cholangiopankreatographie (MRCP)
  • Endoskopisch retrograde Cholangiopankreatographie (ERCP)

Blutuntersuchungen: (spielen bei der Verdachtsdiagnose nur eine untergeordnete Rolle)

  • erhöhte Leberwerte
  • Tumormarker CA 19-9 (bei Gelbsucht nicht verwertbar)

Wie kann man vorsorgen?
Gesunde Ernährungs- und Lebensweise:

  • Nikotinabstinenz
  • Ausgewogene, d.h., fettarme, eher fleischarme, Gemüse- und Vitaminreiche Kost.
  • Vermeidung von Übergewicht

Vorsorgeuntersuchungen können derzeit nicht empfohlen werden, allerdings sollte bei unklaren Bauchbeschwerden der Arzt möglichst frühzeitig konsultiert werden.

Wie viele sind betroffen?
Die Erkrankung nimmt in den westlichen Industrienationen an Häufigkeit zu, zählt aber mit einer Häufigkeit von etwa 1% noch immer zu den seltenen Krebserkrankungen.
Die Wahrscheinlichkeit an einem Karzinom der Gallenblase/-Gänge zu erkranken ist bis zum 4. Lebensjahrzehnt eher gering und steigt ab dem 6. Lebensjahrzehnt deutlich an, wobei der Altersgipfel zwischen dem 5. und 7. Lebensjahrzehnt liegt.
Das Gallenblasenkarzinom wird häufiger bei Frauen diagnostiziert (Geschlechtsverhältnis 3:1), während das Gallengangskarzinom eher beim Mann auftritt (Geschlechtsverhältnis 2:1).

Welche Behandlung gibt es?
Die Operation (komplette Entfernung des Tumors) ist die einzige Chance auf Heilung. Häufig ist die Erkrankung zum Zeitpunkt der Erstdiagnose schon so weit fortgeschritten, sodass eine Operation nicht möglich ist und stattdessen eine Chemotherapie (mit Gemcitabine und Cisplatin) durchgeführt wird. In manchen Fällen kann zusätzlich auch eine Strahlentherapie sinnvoll sein. Durch die Chemotherapie sollen tumorbedingte Symptome gelindert und das Fortschreiten der Krankheit aufgehalten werden.

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