Transkriptionsregulation bei Malignomen 

Programmdirektorin

Univ.-Prof. Mag. Dr. Rotraud Wieser

Allgemeine Informationen
Maligne Erkrankungen entstehen aufgrund von Veränderungen des genetischen Materials in einzelnen Körperzellen, die sich dadurch unkontrolliert vermehren können. Diese Veränderungen können die Basenabfolge der DNA betreffen und/oder zu einer aberranten Expression (=Aktivität) von Genen führen. Sie tragen nicht nur ursächlich zur Tumorentstehung bei, sondern sind in vielen Fällen auch von prognostischer Bedeutung.
Ein Gen, dessen aberrant erhöhte Expression in myeloischen Leukämien, aber auch in soliden Tumoren wie zB dem Ovarialkarzinom, mit einer überdurchschnittlich schlechten Prognose für die betroffenen Patienten einhergeht, ist EVI1 (“ecotropic viral integration site 1″). Obwohl dieses Gen bereits vor über 20 Jahren als Onkogen identifiziert wurde und seine prognostische Bedeutung im letzten Jahrzehnt durch Mikroarray-Studien vielfach bestätigt wurde, ist noch vergleichsweise wenig über seinen Wirkmechanismus bekannt. Aufgrund seiner Struktur und gewisser biochemischer Eigenschaften wird jedoch vermutet, dass es hauptsächlich als Transkriptionsregulator funktioniert.
Die Arbeitsgruppe ‘Transkriptionsregulation bei Malignomen’ beschäftigt sich mit der Rolle dieses Gens in myeloischen Leukämien. Anhand eines Zellkulturmodells untersuchen wir, durch welche molekularen Mechanismen EVI1 die zelluläre Resistenz gegenüber chemotherapeutischen Agentien erhöht. Wir versuchen, direkte und indirekte Zielgene dieses Faktors zu identifizieren und zu charakterisieren. Ausserdem konnten wir kürzlich zeigen, dass EVI1 die Regulation der Transkription und der zellulären Proliferation durch all-trans Retinsäure (ATRA) verstärkt. Der genaue biochemische Mechanismus dieses Effekts sowie seine potentiellen therapeutischen Implikationen werden derzeit untersucht.

MitarbeiterInnen:
Dr Ksenia Astanina
DI Alexander Grandits
Tobias Glüxam, MSc
Katharina Bauer, BSc
Clara Märk, BSc

Die Arbeitsgruppe wird derzeit durch zwei Einzelprojekte des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) finanziell unterstützt.

Literaturhinweise
Pub-Med Publikationsverzeichnis

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